Berührende Stimme

 

Kaum ein Instrument berührt so wie die menschliche Stimme. Nicht immer empfinden wir die Töne anderer auch als Wohl-Tat. Manchmal empfinden wir gewisse Stimmen sogar regelrecht irritierend. Dann wieder kommt es vor, dass wir über stimmliche Klänge Besänftigung und Beruhigung erfahren.

 

Meist jedoch schenken wir der Magie die der Stimme innewohnt, nur wenig Beachtung. Einer Magie, die uns darauf aufmerksam machen könnte, dass wir in Zeit und Raum miteinander verbunden sind. Denn - nur so ist es ja überhaupt erst möglich, dass wir Schallwellen, die jemand aussendet, auch empfangen können.

 

Stimmliche Schwingungen sind daher nichts anderes als eine Art unsichtbarer Berührung. So ist es kein Wunder, dass die Stimme ein Gradmesser ist für Sympathie und Antipathie. Von Stimmen, die uns unangenehm sind, wollen wir uns nun einmal nicht so gerne berühren lassen. Was passiert? Wir versuchen uns abzugrenzen, wir verschließen uns. Nur - mit welcher Konsequenz? Dass wir unsere Fähigkeit verlieren, ja sogar unsere eigentliche Be-Stimmung mitschwingend und mitfühlend zu sein?

 

Ich für meinen Teil plädiere ja dafür, es den Schwingungen, die wir aussenden und empfangen, gleichzutun: beweglich, leicht und resonanzfähig zu bleiben. Sie werden sehen - Ihr Körper, Ihre Stimme und Ihr Umfeld werden es Ihnen danken.

 

 

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© Jutta Hollenbach menschsein