Pause - eine Frage der Zeit?

 

Bei einer Umfrage, was wir Menschen unter einer Pause verstehen, würden womöglich viele verschiedene Ansichten zu Tage treten. Daher - Lassen Sie mich zunächst genauer erläutern, was ich mit dem Begriff "Pause" überhaupt meine...

 

Pause verbinde ich mit Regeneration, mit Gegenwärtigkeit, mit Aufmerksamkeit, mit Achtsamkeit. Pause ist in meinem Verständnis demnach nicht unbedingt mit Zeit verknüpft und auch nicht mit einem Nichts-Tun, sondern damit, dass ich auf die Balance meiner Kräfte im Alltag schaue. Wenn ich also von Pause spreche, dann meine ich nicht die Zeiten, in denen ich abschalte und mich nicht mehr wahrnehme, sondern Zeiten, in denen ich mich anschalte und ein waches Auge auf mich habe, in mir präsent bin.

 

Vielleicht kennen Sie dies: Sie tun nichts, oder zumindest nichts Bestimmtes, liegen einfach vor dem Fernseher oder surfen im Internet, vergessen alles um sich herum und erholen sich dennoch nicht? Warum ist das so? Nun, womöglich genau deswegen, weil Sie alles um sich herum vergessen haben, inklusiver Ihrer selbst.

 

Vor allem Multi-Media-Zeiten sind Zeiten, in denen zwar vom Körper, insbesondere von unserem Nervensystem Leistung eingefordert wird, diese Leistung aber zu keinem Ergebnis führt, schon gar nicht im Sinne einer körperlichen Regeneration. Am Ende des Tages dann hat das Gehirn am meisten geleistet, stand im wahrsten Sinne des Wortes ständig unter Strom, während der Rest des Körpers kaum beachtet wurde. Das geht sicher eine Weile gut, doch im Grunde genommen wird ein Kreislauf in Gang gesetzt, der ein Zuviel an Leistungs-Gebaren ausgleichen möchte durch ein Zuviel an geleisteter Ablenkung.

 

Wenn ich als pausenbegeisterter Mensch also dafür plädiere, Pausen einzulegen, dann meine ich damit, den gesamten Körper, den ganzen Organismus im Blick zu haben. Insbesondere die einseitige Beanspruchung des Gehirns ist Anlass genug für eine Pause, um neben dem Verstand auch wieder Gefühle und andere natürliche Regungen zu Wort kommen zu lassen. Diese Art der inneren Balance ermöglicht es, einen wahrlich wohltuenden Kontakt mit sich zu pflegen.

 

Jetzt könnten Sie empört erwidern, dass Sie durchaus den Kontakt mit sich pflegen. Ja, mag sein. Ich aber frage mich, wie es kommt, dass sich so viele Menschen nach einer Pause sehnen, sie letztlich aber nicht machen? Keine Zeit? Ja aber mal ehrlich, Zeit haben wir doch immer. Jeder einzelne Moment ist unsere Lebenszeit. Die Frage ist da doch eher, wie wir mit dieser Zeit umgehen und ob wir im ständigen Online-Modus wirklich so on-line sind? Sind wir wirklich auf Linie und damit wach genug mitzubekommen, wann eine Pause im Sinne eines Ausgleichs, einer natürlichen Balance zwischen Wachen und Schlafen, Ruhe und Bewegung, Geben und Nehmen, Konzentration und Genuss, not-wendend wäre?

 

Das Ziel der von mir ins Leben gerufenen Pausen-Angebote ist es, den Online-Modus zu wechseln. On-line und sensibel für sich und die Kräfte des eigenen Organismus zu sein, hat oberste Priorität. Somit ist meine Arbeit von der Intention beseelt, Menschen in ihrer Eigenfürsorge zu unterstützen und in ihnen die Freude dafür zu wecken, ihrer körperlichen wie geistigen Verfassung etwas Gutes zu tun. Nur wenn ein Mensch bewusst und ganz selbst-verständlich Verantwortung für sein Wohl übernimmt, wird er oder sie dazu übergehen, auf sich zu achten. Wenn dies geschieht, so wird das Leben leichter und der Zeitpunkt ist gekommen, da sich der Kreislauf hin zu mehr Wohl-Befinden umkehrt.

 

Sie werden sehen, auf einmal haben Sie wieder Zeit...

 

 

 

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© Jutta Hollenbach menschsein